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Geldgeschenk oder Hochzeitstisch: Was passt zu euch?

Hochzeitskasse, Wunschliste oder beides? Vor- und Nachteile, Gebühren, die ihr prüfen solltet, und Textideen, um ohne Verlegenheit nach Geld zu fragen.

· 7 Min. Lesezeit

Vor zwanzig Jahren stellte sich die Frage gar nicht: Man legte im Kaufhaus einen Hochzeitstisch an, und die Gäste suchten sich ein Teeservice oder einen gusseisernen Bräter aus. Heute wohnen viele Paare schon seit Jahren zusammen, bevor sie heiraten. Den Bräter haben sie längst. Manchmal sogar zwei.

Deshalb ist die Hochzeitskasse inzwischen völlig normal. Trotzdem fühlt sich ein Teil der Gäste damit noch unwohl, oft die älteren, die das Gefühl haben, „nur Geld“ zu schenken. Was also tun?

Unsere Antwort passt in einen Satz: Entscheidet nach dem, was ihr wirklich braucht, und passt die Form dann an eure Gäste an. Das eine schließt das andere nicht aus.

Hochzeitstisch oder Geldgeschenk: der Unterschied in der Praxis

Ein Hochzeitstisch (oder eine Wunschliste) führt konkrete Geschenke auf. Jeder Gast wählt eines aus (oder beteiligt sich an einem größeren), und sobald es reserviert ist, verschwindet es von der Liste. Die Liste kann bei einem Geschäft, einem Onlineshop oder direkt auf eurer Hochzeitswebsite liegen.

Eine Hochzeitskasse sammelt Geld, meist für ein bestimmtes Vorhaben: die Flitterwochen, eine Renovierung, das Eigenkapital für eine Wohnung, manchmal auch einen guten Zweck. Die Gäste geben so viel, wie sie möchten, online oder im Umschlag am Hochzeitstag.

Dazwischen gibt es Mischformen: „Geschenke“, die in Wahrheit Beiträge sind (eine Nacht in Kyoto, ein Abendessen auf der Hochzeitsreise), oder eine kurze Wunschliste mit ein paar Gegenständen plus eine Hochzeitskasse.

Wann der Hochzeitstisch die richtige Wahl bleibt

Die klassische Wunschliste hat in einigen Fällen noch lange nicht ausgedient.

Ihr zieht zusammen oder in eine größere Wohnung. Euch fehlen wirklich Geschirr, Bettwäsche, eine gute Matratze. Dann trifft der Hochzeitstisch genau ins Schwarze.

Viele eurer Gäste schenken lieber etwas Greifbares. Großeltern, die euch dreißig Jahre lang mit „ihrer“ Auflaufform sehen wollen, sind nicht altmodisch: So bleiben sie Teil eures Alltags.

Ihr wollt doppelte Geschenke vermeiden. Ohne Liste bekommt ihr mit ziemlicher Sicherheit drei Toaster.

Der Schwachpunkt: Ein Hochzeitstisch macht Arbeit. Gegenstände aussuchen, unterschiedliche Preisklassen anbieten (von etwa 30 bis zu mehreren hundert Euro), die Liste aktuell halten und die Geschenke anschließend abholen oder liefern lassen.

Wann die Hochzeitskasse die bessere Lösung ist

Ihr habt zu Hause schon alles. Ihr plant eine Hochzeitsreise, die euch viel bedeutet. Ihr spart auf das Eigenkapital für eine Immobilie. Eure Gäste wohnen verstreut, und viele könnten ein Geschenk kaum transportieren.

In all diesen Fällen ist die Hochzeitskasse nützlicher, für euch wie für eure Gäste. Sie ist außerdem einfacher: nichts zu lagern, nichts umzutauschen, und jeder gibt, was er kann, ohne ein Geschenk zum passenden Preis „finden“ zu müssen. In Deutschland ist das Geldgeschenk zur Hochzeit ohnehin eines der beliebtesten Geschenke überhaupt.

Nehmen wir ein Paar, das seit acht Jahren zusammen ist, zwei Kinder hat und ein komplett eingerichtetes Haus. Eine Wunschliste mit Gegenständen hätte für sie keinen Sinn ergeben. Sie haben eine Hochzeitskasse für eine Familienreise nach Island eröffnet und das Vorhaben in ein paar Zeilen auf ihrer Website erklärt. Die Gäste haben mitgemacht, auch die skeptischen, weil sie wussten, wofür das Geld gedacht war.

Genau darauf kommt es an: Eine Hochzeitskasse mit einem konkreten Vorhaben kommt viel besser an als eine Kasse ohne Erklärung.

Das Vorhaben hinter der Hochzeitskasse gut erzählen

Eine Kasse, die einfach nur „Flitterwochen“ heißt, bleibt abstrakt. Eine Kasse, die eine Geschichte erzählt, macht Lust mitzumachen. Ein paar Zeilen genügen: wohin ihr fahrt, warum gerade dorthin, was ihr vorhabt. Manche Paare teilen die Reise in Etappen auf (der Flug, eine Nacht im Ryokan, ein Wandertag), damit die Gäste sich vorstellen können, was sie verschenken.

Ist das Vorhaben weniger fotogen, etwa Eigenkapital für eine Wohnung oder eine Renovierung, sagt es genauso offen. „Wir renovieren das Haus von Lukas’ Großmutter, und jeder Beitrag fließt in die neue Küche“ spricht jeden an, viel mehr als ein schlichtes „Beitrag nach Wunsch“.

Und nach der Reise schließt ihr den Kreis: Schickt den Gästen, die etwas beigesteuert haben, ein paar Fotos. Das ist die beste Antwort an alle Skeptiker.

Gebühren, die ihr vor einer Online-Hochzeitskasse prüfen solltet

Das entdecken viele Paare erst zu spät. Eine Online-Kasse ist nicht unbedingt kostenlos, und die Gebühren sehen je nach Anbieter unterschiedlich aus:

  • eine Provision auf jeden einzelnen Beitrag;
  • Gebühren, wenn ihr das Geld auszahlen lasst;
  • Gebühren, die der Gast zusätzlich zu seinem Beitrag zahlt, manchmal als „freiwillig“ dargestellt;
  • eine Obergrenze oder eine Identitätsprüfung ab einem bestimmten Betrag;
  • eine Wartezeit, bis das Geld auf eurem Konto ist.

Keines dieser Modelle ist an sich unseriös, aber ihr solltet wissen, was am Ende tatsächlich bei euch ankommt. Bei insgesamt 5.000 Euro sind ein paar Prozent Provision schon ein ordentlicher Betrag.

Überlegt auch, wo eure Gäste ihren Beitrag leisten. Wenn sie sich erst auf einer unbekannten Plattform registrieren müssen, springen manche ab. Eine Hochzeitskasse direkt auf eurer Hochzeitswebsite, neben dem Tagesablauf und der Rückmeldung, kostet einen Klick weniger.

Ein Beispiel: Die Hochzeitsliste von iPlanMyWedding kombiniert reservierbare Geschenke mit Geldgeschenken per Karte auf eurer Website, mit 2 % Servicegebühr pro Beitrag, die ihr auf Wunsch vom Gast übernehmen lassen könnt. Wir nennen es, weil wir es am besten kennen, nicht weil es die einzige Möglichkeit ist: Vergleicht.

Und die Kartenbox am Hochzeitstag?

Die Box für Karten und Umschläge ist in Deutschland nach wie vor üblich, oft zusätzlich zur Online-Kasse, und viele Gäste lassen sich kreative Geldgeschenke einfallen. Sie hat einen Charme, den eine Überweisung nicht hat: Karten und handgeschriebene Worte.

Zwei Vorsichtsmaßnahmen. Bestimmt eine konkrete Person, die den ganzen Abend ein Auge darauf hat, und lasst die Box vor dem Ende der Feier in einem Auto oder einem abgeschlossenen Zimmer verschwinden. Diebstähle in Festsälen sind keine Legende. Und wenn ihr zusätzlich eine Online-Kasse habt, erwähnt das auf der Website, damit sich niemand verpflichtet fühlt, Bargeld mitzubringen.

Die Kombination, die oft am besten funktioniert

Für viele Paare ist die beste Antwort weder das eine noch das andere, sondern eine Hochzeitskasse als Hauptsache plus fünf bis zehn konkrete Geschenke.

Die Kasse finanziert das große Vorhaben. Die paar Geschenke erlauben es Gästen, die unbedingt etwas Greifbares schenken möchten, genau das zu tun, ohne dass ihr am Ende einen Schrank voller Servierplatten habt. Alle kommen auf ihre Kosten, auch Tante Monika, die Überweisungen nicht ausstehen kann.

So sprecht ihr es ohne Verlegenheit an

Nach klassischer Etikette gehören Geschenkwünsche nicht auf die Einladungskarte selbst. In der Praxis legen viele Paare eine kleine separate Karte bei oder verweisen auf ihre Website. Der Ton zählt mehr als das Medium: herzlich, kurz, ohne Rechtfertigung.

Ein paar Formulierungen zum Anpassen:

Eure Anwesenheit ist das schönste Geschenk für uns. Wer uns darüber hinaus eine Freude machen möchte, findet auf unserer Website eine Hochzeitskasse für unsere Flitterwochen.

Nach zehn Jahren unter einem Dach sind unsere Schränke voll. Unsere Reiseträume eher nicht. Für alle, die möchten, haben wir eine Kasse für unsere Reise nach Patagonien eingerichtet.

Keine Wunschliste, keine Kasse: Kommt einfach, mehr wünschen wir uns nicht. (Und wer wirklich nicht anders kann: Unsere Trauzeugen wissen, worüber wir uns freuen würden.)

Zur Formulierung der Einladung insgesamt lest unseren Artikel Hochzeitseinladung: wann verschicken und was schreiben. Und wo diese Information auf eurer Website hingehört, erfahrt ihr in Was gehört auf eine Hochzeitswebsite?.

Häufige Fragen

Wie viel schenkt man in eine Hochzeitskasse?

Einen offiziellen Betrag gibt es nicht. Viele Gäste orientieren sich an ihrem eigenen Budget und daran, wie nah sie dem Brautpaar stehen, eher als an den Kosten ihres Essens. Als Brautpaar solltet ihr nie einen Betrag vorschlagen: Das ist unangenehm.

Bedankt man sich für einen Beitrag zur Hochzeitskasse anders?

Nein, eine persönliche Dankeskarte pro Gast genügt, wie bei jedem anderen Geschenk. Wenn die Kasse eine Reise finanziert hat, kommt ein Foto von unterwegs mit der Dankeskarte immer gut an.

Kann man die Hochzeitskasse schon vor den Einladungen eröffnen?

Ja, das ist sogar empfehlenswert: Manche Gäste möchten schon nach der Save-the-Date-Karte etwas beisteuern, vor allem die, die nicht kommen können.

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