Was gehört auf eine Hochzeitswebsite? Die Rubriken
Ablauf, Anfahrt, Unterkunft, Dresscode, Kinder, Rückmeldung: die Rubriken einer wirklich nützlichen Hochzeitswebsite, mit Textbeispielen zum Übernehmen.
· 6 Min. Lesezeit
Eine Hochzeitswebsite muss nicht schön sein, um gelungen zu sein. Sie muss an eurer Stelle die Fragen beantworten, die eure Gäste euch stellen werden. Alle.
Macht die Übung: Stellt euch die Nachrichten vor, die ihr in den Wochen vor der Hochzeit bekommen werdet. „Wo können wir parken?“, „Sind Kinder eingeladen?“, „Gibt es ein Hotel in der Nähe?“, „Was heißt ‚Boho-Chic‘ eigentlich konkret?“. Jede Frage, die per Telefon oder WhatsApp kommt, ist eine Rubrik, die auf eurer Website fehlt.
Das hier würden wir draufpacken, in der Reihenfolge, in der eure Gäste danach suchen.
Das Wichtigste, sichtbar ohne Scrollen
Ganz oben auf der Startseite, ohne Klick: eure Vornamen, das Datum, der Ort. Und ein Button, um auf die Einladung zu antworten. Das ist alles.
Was danach kommt, darf länger sein, aber diese vier Informationen müssen auf einem Handy sofort ins Auge springen, denn dort öffnen die meisten Gäste den Link. Kaum jemand liest eine Hochzeitswebsite am Computer.
Der Tagesablauf
Stunde für Stunde, mit einem Ort für jeden Programmpunkt. Die Gäste wollen wissen, wann sie da sein sollen, wie lange die Trauung dauert und ob sie zwischen Sektempfang und Abendessen noch kurz ins Hotel können.
Ein Beispiel für einen klaren Ablauf:
Samstag, 13. Juni
- 14:30 Uhr: standesamtliche Trauung im Rathaus Meersburg
- 16:00 Uhr: freie Trauung und Sektempfang auf Gut Lindenhof
- 19:30 Uhr: Abendessen
- 23:00 Uhr: Eröffnungstanz und Party
Sonntag, 14. Juni
- 11:30 Uhr: Brunch auf dem Gut, für alle, die übernachtet haben
Wenn manche Gäste nur zum Sektempfang eingeladen sind, zeigt ihnen das Abendessen nicht an. Das ist ein echtes Thema und einer der Gründe, eine Website zu bevorzugen, auf der jeder Haushalt nur die Programmpunkte sieht, zu denen er eingeladen ist.
Anfahrt, Parken, öffentliche Verkehrsmittel
Eine Adresse allein reicht nicht. Ergänzt:
- einen Kartenlink für jeden Ort (Standesamt, Kirche, Feier);
- wo man parken kann, vor allem, wenn der Parkplatz eine Wiese oder begrenzt ist;
- den nächsten Bahnhof und die Fahrzeit mit dem Taxi;
- einen Shuttle, falls es einen gibt, mit den Rückfahrzeiten;
- einen Satz zur Heimfahrt am Ende des Abends („Denkt daran, einen Fahrer zu bestimmen oder eine Unterkunft vor Ort zu buchen“).
Der letzte Punkt ist kein Detail. Es ist die Frage, die sich niemand zu stellen traut und die doch den Abend vieler Gäste bestimmt.
Unterkunft
Wenn eure Location auf dem Land liegt, ist das die meistbesuchte Rubrik. Listet drei oder vier Möglichkeiten in verschiedenen Preisklassen auf: die Zimmer auf dem Gut, falls es welche gibt, ein Hotel, eine Pension oder Ferienwohnung, einen Campingplatz für die Freunde, die nicht viel ausgeben wollen. Gebt die Entfernung mit dem Auto an.
Wenn ihr einen Sonderpreis ausgehandelt oder ein Zimmerkontingent reserviert habt, schreibt dazu, bis wann es gilt. Und wenn Unterkünfte in der Umgebung knapp sind, stellt diese Rubrik früh online, schon mit der Save-the-Date-Karte.
Der Dresscode, in Klartext
„Cocktail“ oder „Boho-Chic“ sagt nicht jedem etwas. Übersetzt es in konkrete Tipps:
Elegante Sommerkleidung. Die Trauung findet auf der Wiese statt: Pfennigabsätze könnten einsinken. Abends wird es am See schnell frisch, nehmt eine Jacke mit.
Zwei nützliche Sätze sind mehr wert als ein Trendwort. Wenn ihr einen besonderen Wunsch habt (eine Farbe, die vermieden werden soll, Weiß nur für die Braut, ein Motto), sagt ihn einfach, ohne euch zu entschuldigen.
Kinder: schreibt es klar
Das ist die Rubrik, die man am liebsten weglassen würde, und die man am wenigsten weglassen sollte. Wenn Kinder nicht eingeladen sind, sagt es freundlich, aber sagt es:
Wir haben uns entschieden, unsere Hochzeit als Feier unter Erwachsenen zu gestalten. Wir wissen, dass das für einige von euch Organisation bedeutet, und danken euch für euer Verständnis. Wenn ihr einen Babysitter in der Nähe sucht, schreibt uns, wir haben ein paar Kontakte.
Wenn sie eingeladen sind, schreibt, was für sie geplant ist (Kinderbetreuung, Kinderessen, ein Platz zum Schlafen). Eltern können sich besser organisieren, wenn sie Bescheid wissen.
Die Online-Rückmeldung
Wenn eure Website nur eine Sache leistet, dann diese. Ein Antwortformular auf der Website erspart euch, SMS, E-Mails und nebenbei beim Familienessen gegebene Antworten zusammenzutragen.
Fragt nur, was ihr braucht: Teilnahme pro Programmpunkt, Anzahl der Personen im Haushalt, Ernährungsweise oder Allergien, eventuell die Menüwahl. Jede zusätzliche Frage ist ein Grund, die Antwort aufzuschieben. Wie es danach weitergeht, auch mit Erinnerungen, lest ihr in unserem Artikel über Rückmeldungen zur Hochzeit.
Wunschliste oder Hochzeitskasse
Eine eigene Rubrik, in schlichtem Ton. Ihr müsst euch nicht lange dafür rechtfertigen, dass ihr euch Geld statt Geschenke wünscht. Ein Satz genügt: „Eure Anwesenheit ist unser schönstes Geschenk. Für alle, die möchten, haben wir eine Hochzeitskasse für unsere Reise nach Japan eingerichtet.“ Wenn ihr noch zwischen beiden Varianten schwankt, vergleichen wir die Möglichkeiten in Geldgeschenk oder Hochzeitstisch.
Ein FAQ für alles andere
Sammelt hier die Fragen, die keine eigene Seite verdienen. Einige, die immer wieder kommen:
- Darf man eine Begleitung mitbringen?
- Gibt es eine Garderobe, einen Ort zum Umziehen?
- Ist die Location rollstuhlgerecht?
- Wen kontaktiert man am Hochzeitstag, wenn etwas ist? (Gebt die Nummer eurer Trauzeugen an, nicht eure.)
- Darf man während der Trauung fotografieren?
Was optional ist
„Unsere Geschichte“, die Galerie mit Verlobungsfotos, die Vorstellung der Trauzeugen: schön, das gibt der Website Persönlichkeit, aber niemand nimmt es euch übel, wenn diese Seiten fehlen. Wenn ihr „unsere Geschichte“ schreibt, haltet sie kurz. Drei Absätze, eine Anekdote, nicht eure Biografie.
Nach der Hochzeit kann die Website ein zweites Leben bekommen: als Seite, auf der die Gäste ihre Fotos vom Tag hochladen. Mehr dazu in Hochzeitsfotos von Gästen sammeln.
Was ihr besser nicht veröffentlicht
Eine Hochzeitswebsite enthält persönliche Informationen: eure Namen, ein Datum, an dem ihr nicht zu Hause seid, manchmal Familienfotos. Ein paar vernünftige Vorsichtsmaßnahmen:
Schützt sie. Ein Passwort, das auf der Einladung steht, hält Neugierige fern.
Listet eure Gäste nicht für alle sichtbar auf.
Macht sie nicht über Google auffindbar, außer ihr wollt das wirklich.
Behaltet eure Privatadresse für euch. Gäste, die ein Geschenk schicken möchten, werden euch danach fragen.
Wann sollte die Website online gehen?
In zwei Schritten. Eine erste Version mit Datum, Ort und Unterkünften zur Save-the-Date-Karte, also 6 bis 8 Monate vorher. Die vollständige Version mit detailliertem Ablauf und Rückmeldung, wenn ihr die Einladungen verschickt. Unser Zeitplan für die Hochzeitsplanung hilft euch, diese Schritte einzuplanen.
Wenn ein Teil der Familie kein Deutsch spricht, denkt an die Sprachen. Ein Paar, dessen Großeltern in der Türkei leben, macht ihnen eine große Freude, wenn es die Website auf Türkisch anbietet, zumindest den Ablauf und die Anfahrt.
Die Hochzeitswebsite von iPlanMyWedding vereint diese Rubriken, die Rückmeldung pro Haushalt und pro Programmpunkt, den Passwortschutz und mehrere Sprachen. Aber egal mit welchem Tool, die Regel bleibt dieselbe: Jede Frage, die euch zweimal gestellt wird, verdient eine Zeile auf der Website.
Häufige Fragen
Braucht man eine eigene Domain für die Hochzeitswebsite?
Nein. Eine Adresse wie „vorname-und-vorname“ bei einem Hochzeitswebsite-Anbieter reicht völlig aus. Eine eigene Domain ist ein Plus, wenn ihr eine kurze Adresse auf die Einladung drucken wollt.
Wie lange sollte die Website nach der Hochzeit online bleiben?
Ein paar Monate, lange genug, um die Fotos zu teilen und euch bei euren Gästen zu bedanken. Danach entscheidet ihr: Manche Paare behalten sie als Erinnerung.